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Der Weg des Abfalls

Die KEZO verwertet die angelieferten Abfälle thermisch und gewinnt dabei Energie in Form von Strom und Wärme. Die verbleibenden Reststoffe werden fachgerecht aufbereitet und wenn möglich in den Kreislauf zurückgeführt oder fachgerecht gelagert. 

Abfalllogistik

Waage
Die Anlieferung des Kehrichts erfolgt durch den SAD (Kehrichtwagen des KEZO- Sammeldienstes) oder externe Entsorgungsunternehmen. Das Areal der KEZO ist mit einem modernen Verkehrsleitsystem ausgerüstet, um auch bei Stosszeiten kurze Wartezeiten zu garantieren. Die Annahme und die Bestimmung des Gewichts erfolgt bei der Waage durch den Waagmeister. Die Qualität des angelieferten Abfalls wird regelmässig mit Stichprobenkontrollen überprüft.

Bunker
Die von den Sammelfahrzeugen und Lastwagen angelieferten Abfälle werden gewogen und in eine Betongrube – den sogenannten Kehrichtbunker – entleert. Die KEZO verfügt über zwei Kehrichtbunker.

Zerhacker
Grobes Sperrgut und Bauabfall muss vor der Entleerung in den Bunker in einer Shredderanlage zerkleinert werden.

Kommandoraum

Der Kommandoraum ist die Steuerzentrale der KEZO. Von hier aus wird der Betrieb der Anlage gesteuert, kontrolliert und überwacht. 

Feuerung und Kessel

Trichter 
Tag und Nacht wird Abfall verbrannt. Dazu werden die Abfälle mit dem Greiferkran aus dem Kehrichtbunker in den Einfülltrichter des Ofens befördert.

Ofen
In der KEZO verbrennt der Abfall auf einem sogenannten Rückschubrost. Durch die sanften Bewegungen wird der Abfall gelockert, so dass das Feuer überall gut mit Sauerstoff versorgt werden kann und der Abfall gut brennt.

1/5 des verbrannten Abfalls bleibt als Schlacke zurück, 4/5 werden in Energie und Rauchgase umgewandelt.

 

Energiegewinnung

Wasserdampfkreislauf (WDK)

Bei der thermischen Verwertung des Abfalls wird Energie frei. 
In der Ofenwand und im anschliessenden Rauchgaszug befinden sich ein Rohrleitungssystem, worin Wasser zu Dampf erhitzt wird. Es entsteht Wasserdampf, der durch die Wärme auf ca. 400°C, 40 bar, (Luftdruck 1 bar) erhitzt wird. Dieser Hochdruckdampf strömt zur Dampfturbine, wird dort entspannt und in Rotationsenergie umgewandelt. Der, durch die Drehbewegung der Turbine, angetriebene Generator produziert elektrischen Strom. Danach ist der Dampf auf 4 bar und 150 ºC entspannt. Ein Teil dieses Niederdruckdampfes wird aus dem Dampfkreislauf ausgekoppelt und für die Fernwärmeproduktion verwendet. Dadurch verringert sich die Dampfmenge, welche in einer zweiten Turbinenstufe noch zur Stromproduktion zur Verfügung steht. In der zweiten Stufe wird der Niederdruckdampf auf 0.15 bar (Vakuum) und 45 ºC entspannt. Dieser Abdampf wird im Luftkondensator kondensiert. Damit schliesst sich der Wasser-Dampf-Kreislauf.

Bei der KEZO sind zweistufige Kondensationsturbinen im Einsatz.
 

Strom
Die KEZO produziert jährlich ca. 120.000 MWh/a. Bei einem mittleren Jahresverbrauch von pro Person von 2 MWh reicht der produzierte Strom für die interne Stromversorgung (KEZO ca. 22 000 MWh) sowie die Stromversorgung von ca. 50 000 Einwohnern. (Uster: 34'000 EW; Wetzikon: 25'000 EW).

KEZO-Stromproduktion

Jahr 2024 - 126 304 MWh 
Jahr 2023 - 116 540 MWh 
Jahr 2022 - 119 408 MWh

 

Fernwärme
Die Energie des Niederdruckdampfes (4 bar und 150 ºC) wird im Wärmetauscher als Fernwärme an verschiedene Verbraucher abgegeben. Der Transport der thermischen Energie erfolgt in einem wärmegedämmten Rohrsystem, einem sogenannten Wärmenetz. Dieses ist von der Anschlussstelle KEZO Hinwil erdverlegt und verteilt die Fernwärme nach Wetzikon bzw. nach Hinwil. Das abgekühlte Wasser wird zur Anschlussstelle zurückgeführt und dort im Wärmetauscher wieder erwärmt. Durch die Versorgung der Liegenschaften mit Fernwärme können fossile Energieträger wie Heizöl oder -Gas eingespart werden.


Hinwil versorgt folgende Fernwärmenetze:

Wärmeverbund Wetzikon, Fernwärme Wetzikon AG: 
geplante Versorgung 2026: ca. 6'300 MWh/a

Fernwärmenetz Hinwil, Energie Zürichsee Linth AG: 
Fernwärmeabgabe 2025: 23’500 MWh/a

Fernwärmenetz West (Schlachthof, ehm. Sauber), 
durch die KEZO betrieben: ca. 2'400 MWh/a

KEZO-Eigenbedarf Wärme: ca. 2'500 MWh / Jahr

 

Abwärme
Der Abdampf (0.15 bar (Vakuum) und 45 ºC) kann auf Grund seiner tiefen Temperatur nicht weiter wirtschaftlich genutzt werden. Er muss unter Einsatz von elektrischer Energie im Luftkondensator kondensiert und damit sein grosser Energieinhalt vernichtet werden. Die Energie im Abdampf kann aber von Verbrauchern genutzt werden, für die ein Temperaturniveau von 45 ºC ausreicht und die in unmittelbarer Nähe zur KVA sind, um weitere Energieverluste zu vermeiden. Gewächshäuser in unmittelbarer Nähe zu einer Kehrichtverwertungsanlage sind optimale Verbraucher. Ein erstes Projekt wurde 2009 mit der Firma Gebrüder Meier realisiert. Unterstützung erhielt das Projekt von den Landeigentümern, den kantonalen Behörden und der Gemeinde Hinwil sowie dem Verwaltungsrat und den Delegierten. Das Projekt erhielt mehrere Auszeichnungen. Im Jahr 2014 wurde ein zweites, vier Hektar grosses Gewächshaus durch die Beerstecher AG erstellt.

Abwärmenutzung

Jahr 2024 - 26 155 MWh 
Jahr 2023 - 28 650 MWh 
Jahr 2022 - 27 745 MWh  

Ein Liter Heizöl enthält ca. 10kWh Energie.
Durch Nutzung von Abwärme der KEZO werden jährlich ca. 2.7 Mio. L Heizöl eingespart.

 

Rauchgasreinigung (RGR)

Durch die dreistufige Rauchgasreinigung (Elektrofilter, Rauchgastrockenwäsche und der DENOX-Entstickungsanlage) werden schädliche Rauchgaspartikel und -Gase entfernt. Die KEZO unterschreitet die gesetzlichen Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung.

Elektrofilter
Die Rauchgase, welche die Öfen mit einer Temperatur von 210 °C verlassen, strömen durch die nachgeschalteten Elektrofilter. Basierend auf dem elektrostatischen Prinzip werden dort die Staubpartikel aus den Rauchgasen abgeschieden. Der anfallende Filterstaub wird bei der kenova nass-chemisch aufbereitet.

Gewebefilter 
In der zweiten Rauchgasreinigungsstufe werden die Rauchgase im Gewebefilter mit Aktivkohle und Backpulver (Natriumbikarbonat) zusammengebracht und vermischt. Dafür werden pro Tag im Durchschnitt 8 Tonnen Backpulver und ca. 300kg Aktivkohle benötigt. Das Absorptionsmittel Natriumbikarbonat bindet Schwefeldioxid (SO2), Fluorwasserstoff (HF) und Chlorwasserstoff (HCL). Die Aktivkohle bindet Quecksilber, Schwermetallverbindungen, Furane und Dioxine. Alle Reaktionsprodukte der Rauchgasreinigung und eine Reststaubmenge werden im Gewebefilter abgeschieden. Die Reinigung des Gewebefilters erfolgt in gewissen Abständen. Dazu werden die verschmutzten Pulver (Reststoffe) entfernt und im Silo gelagert. Sie werden in einer Anlage in Frankreich / Resolest aufbereitet.

Abscheidung von Stickoxiden (Katalysator)
In der dritten Rauchgasreinigungsstufe, der SCR-Denox-Anlage (SCR=Selective Catalytic Reduction), werden die Stickoxide mittels Ammoniak-Zugabe zu Stickstoff umgewandelt. 
Die entstickten Reingase verlassen den Katalysator mit einer Temperatur von 180-190°C. Im nachfolgenden Wärmetauscher wird den Reingasen so viel Energie entzogen, dass diese nicht kondensieren. Die Reingase werden anschliessend über einen Schalldämpfer und die zwei Kamine in die Umgebung abgegeben.

 

Schlackenaufbereitung

Schlacke & urban mining
Aus den Verbrennungsrückständen (Schlacke) können wertvolle Rohstoffe wie Aluminium, Kupfer, Zink, Silber und Gold zurückgewonnen werden. Für die KEZO – und für diverse weitere Kehrichtverwertungsanlagen – übernimmt die ZAV Recycling AG diese Aufbereitung.

Für mehr Informationen zur Schlackenaufbereitung verweisen wir Sie gerne auf die Seite der ZAV-Recycling AG.